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Diplompädagogin, Familientherapeutin, Supervisorin, Elterncoach, Traumapädagogin

Interkulturell

Interkulturell "Wir können nicht lange überleben, wenn wir in einer geographisch zusammengerückten Welt geistig voneinander getrennt bleiben."
(Martin Luther King)

Die Vermittlung von interkultureller Kompetenz ist mir seit vielen Jahren ein persönliches und professionelles Anliegen. Wir leben in einem Einwanderungsland. Wer mit Menschen zu tun hat, ist mit verschiedenen Werten, Glaubenssätzen, Regeln, mit unterschiedlichen Vorstellungen von falsch und richtig, von Zeit, von Höflichkeit und Familienleben konfrontiert. Manche davon sind kulturell oder religiös geprägt, andere von der Geschlechtszugehörigkeit oder der sozialen Lage. In meiner Arbeit möchte ich vermitteln, dass das Fremde meist eine Bereicherung des Eigenen ist. Verhaltensweisen und Einstellungen, mit denen Menschen sich oder Anderen schaden lehne ich ab, unabhängig davon, ob sie in der eigenen oder der fremden "Kultur" stattfinden.

Eine Geschichte aus 1998

Rassismus oder Wut
Ein kurdisches kleines Mädchen war an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben. Meine Aufgabe war, es die Familie bei diesem Prozess zu begleiten.
Ein paar Stunden nach dem Tod wurde ich noch einmal in das Zimmer gerufen, in dem die Leiche aufgebart war. Der Vater beschimpfte das gesamte Klinikpersonal, insbesondere die ÄrztInnen als Rassisten. Sie hätten seine Tochter sterben lassen. Wäre sie ein deutsches Kind gewesen, würde sie jetzt noch leben. Der kurz vor mir im Zimmer eingetroffene Arzt war bereits in die hitzig geführte Diskussion eingestiegen und bezeichnete nun den Vater als Rassisten. Ich bat um eine Unterbrechung, nahm die starr zuschauende Mutter in den Arm und sagte den Eltern, dass es für alle nachzuvollziehen sei, wie furchtbar es ist, ein Kind zu verlieren. Alle Eltern, denen ein solches Schicksal widerfährt, seien auch traurig und wütend. Das sei eine normale Reaktion auf ein unfassbares Ereignis.
Die Situation war sofort entschärft. Die Eltern haben sich später entschuldigt. Der Arzt ebenfalls.



"Jemanden zu respektieren, seine Vergangenheit zu achten, heiüt zu begreifen, dass er derselben Menschheit angehört wie man selbst - und nicht einer anderen, einer Menschheit zweiter Klasse."
(Amin Maalouf)